Braucht meine Website ein Cookie-Banner?
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Braucht meine Website ein Cookie-Banner?

21.10.20265 min LesezeitPascal Martilotti

Das Banner, das niemand liest

Sie öffnen eine Website, und bevor Sie ein Wort lesen, schiebt sich ein Fenster vor den Inhalt. Auf dem Handy deckt es oft den halben Bildschirm ab. Die meisten klicken es weg, ohne es zu lesen.

Handy mit Website, deren untere Hälfte von einem Cookie-Banner mit zwei Knöpfen verdeckt wird

Viele Betriebe haben so ein Banner, ohne es je bewusst eingebaut zu haben. Oft hat es ein Theme oder ein Plugin mitgebracht. Braucht es das wirklich? Das hängt davon ab, was auf Ihrer Website alles mitläuft.

Was in der Schweiz gilt

In der Schweiz regelt vor allem das Fernmeldegesetz, was eine Website auf dem Gerät der Besucher speichern oder auslesen darf (Art. 45c FMG). Besucher müssen erfahren, was passiert und wozu, und sie müssen es ablehnen können. Laut dem Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten (EDÖB) betrifft das Cookies, die der Betrieb der Seite nicht braucht. Die Möglichkeit zum Ablehnen soll grundsätzlich bestehen, bevor solche Cookies aktiv werden.

Anders als in der EU kennt das Schweizer Recht keine allgemeine Pflicht, vorher um Erlaubnis zu fragen. Ist eine Bearbeitung aber unerwartet, mit hohem Risiko verbunden oder betrifft sie besonders schützenswerte Daten wie Angaben zur Gesundheit, braucht es auch hier eine ausdrückliche Zustimmung im Voraus.

Dazu kommt das Datenschutzgesetz (DSG), in neuer Fassung seit September 2023 in Kraft. Wer Personendaten beschafft, muss darüber informieren. Auf einer Website geschieht das mit der Datenschutzerklärung, die darum auf so gut wie jede Website gehört. Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ist keine Rechtsberatung.

Wenn Ihre Kundschaft auch aus der EU kommt

Viele Betriebe im Rheintal haben Kundschaft aus Vorarlberg oder Deutschland. Richtet sich Ihre Website gezielt an Menschen in der EU, kann auch die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) für Sie gelten. Bieten Sie Ihre Leistungen in Deutschland oder Österreich an, können zusätzlich deren Cookie-Regeln gelten.

Diese Regeln sind strenger. In Deutschland (§ 25 TDDDG, früher TTDSG) und Österreich (§ 165 TKG 2021) braucht es eine Einwilligung, bevor etwas auf dem Gerät gespeichert oder ausgelesen wird. Ausgenommen ist, was unbedingt nötig ist, damit die Seite den gewünschten Dienst liefern kann, etwa ein Warenkorb. Hier entstehen die meisten Banner, vor allem wegen Tracking- und Werbediensten.

Auch eine Statistik ohne Cookies ist in Deutschland nicht automatisch ausgenommen. Die deutschen Datenschutzbehörden werten es schon als Zugriff auf das Gerät, wenn ein Script Eigenschaften des Browsers ausliest und an einen Server schickt, um daraus eine Kennung zu bilden. Ob eine einfache Besucherzählung ohne Einwilligung zulässig ist, beantworten sie bewusst nicht allgemein.

Woher die meisten Banner kommen

Ein Banner ist meistens die Folge von Diensten anderer Anbieter, die Ihre Website einbindet. Jeder davon kann Cookies setzen oder Daten an seinen Betreiber schicken.

Website-Skizze mit eingebundenen Diensten wie Statistik, Video, Karte und Schriften, die zu einem Cookie-Banner führen

Typische Auslöser sind:

  • Google Analytics und andere Statistik-Werkzeuge mit Cookies
  • der Meta Pixel für Werbung auf Facebook und Instagram
  • eingebettete YouTube-Videos und Google Maps
  • Schriften, die direkt von Google-Servern geladen werden
  • Chat-Widgets
  • Spam-Schutz wie Google reCAPTCHA

Das Banner ist also das Symptom. Die Ursache sind die eingebundenen Dienste. Videos und Karten können zuerst als Vorschaubild erscheinen und erst nach einem Klick laden. Schriften lassen sich vom eigenen Server ausliefern. Für die Statistik gibt es Werkzeuge ohne Cookies.

So zählen wir Besucher ohne Banner

Seit Oktober 2026 zählen wir die Besucher auf martilotti.com und anklicken.ch mit Umami. Das ist eine Open-Source-Software, die wir selbst auf unserem Server bei Hetzner in Nürnberg (Deutschland) betreiben. Kein Drittanbieter ist beteiligt, und die Statistikdaten verlassen diesen Server nicht.

Auf anklicken.ch geht es noch schlanker. Dort meldet unser Server die Seitenaufrufe selbst an Umami, und in Ihrem Browser läuft dafür kein Skript.

Schlichtes Statistik-Dashboard mit Seitenaufrufen, Herkunft und Geräten ohne Zahlen, daneben ein Schalter zum Abschalten

Umami setzt keine Cookies und legt die IP-Adresse nicht in der Statistik ab. Um Besuche zu zählen, verrechnet es IP-Adresse und Browserangaben mit einem Zufallswert, der jeden Monat wechselt, zu einer Kennung. Wir sehen, welche Seiten gelesen werden, woher die Besucher kommen und mit welchen Geräten. Profile über mehrere Websites hinweg entstehen nicht.

Wer nicht gezählt werden möchte, schaltet die Statistik mit einem Klick ab: auf martilotti.com mit dem Link «Statistik abschalten» im Fuss der Seite, auf anklicken.ch mit einem Schalter in der Datenschutzerklärung. Was wir erfassen, steht in der Datenschutzerklärung von martilotti.com. Damit folgen wir der Schweizer Regel, zu informieren und das Ablehnen zu ermöglichen.

Auch beim Spam-Schutz kommen wir ohne Google aus. Statt Google reCAPTCHA löst Ihr Browser beim Ausfüllen des Kontaktformulars eine kleine Rechenaufgabe, die unser eigener Server prüft. Die Symbole auf der Website liefern wir ebenfalls selbst aus. Ein Besuch auf martilotti.com oder anklicken.ch setzt damit keine Cookies, und Ihr Browser spricht mit keinem anderen Anbieter. Ausnahmen sind ein technisch nötiges Cookie auf den persönlichen Angebotsseiten von anklicken.ch und, wenn Sie die Statistik dort abschalten, ein kleines Cookie, das sich diese Wahl merkt.

Checkliste: Braucht Ihre Website ein Banner?

Mit diesen Fragen schätzen Sie ein, ob Ihr Banner nötig ist. Sie können sie auch direkt Ihrem Webentwickler stellen.

  • Welche Dienste anderer Anbieter lädt Ihre Website?
  • Brauchen Sie Google Analytics wirklich, oder genügt eine Statistik ohne Cookies?
  • Laden Videos und Karten erst nach einem Klick?
  • Kommen die Schriften vom eigenen Server?
  • Richtet sich Ihre Website auch an Kundschaft in Deutschland oder Österreich?
  • Beschreibt Ihre Datenschutzerklärung, was die Website heute tatsächlich tut?

Ein Beispiel für eine schlanke Website ohne Banner zeigen wir im Beitrag Die Website für die eigene Praxis. Wenn Sie wissen möchten, was auf Ihrer Website mitläuft, schauen wir sie uns gern mit Ihnen an: Kontakt aufnehmen.