Lokale SEO für KMU: So finden Kunden aus der Region Ihren Betrieb
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Lokale SEO für KMU: So finden Kunden aus der Region Ihren Betrieb

06.11.20264 min LesezeitPascal Martilotti

Die drei Plätze auf der Karte

Jemand tippt «Coiffeur Altstätten» oder «Garage in der Nähe» ins Handy. Noch vor den gewohnten Suchergebnissen zeigt Google häufig eine Karte mit drei Betrieben, mit Sternen, Öffnungszeiten und einem Knopf zum Anrufen. Fachleute nennen diesen Block Local Pack. Wer dort steht, wird angerufen, oft bevor jemand weiterscrollt.

Google-Suche nach einem Coiffeur mit Kartenblock aus drei Betrieben, einer davon hervorgehoben

Welche drei Betriebe erscheinen, entscheidet Google laut eigener Hilfeseite vor allem nach drei Kriterien. Die Relevanz fragt, wie gut Ihr Eintrag zur Suche passt. Die Entfernung misst, wie weit Ihr Betrieb vom Suchenden weg ist. Die Bekanntheit beschreibt, wie präsent Ihr Betrieb ist, etwa durch Bewertungen und Erwähnungen auf anderen Websites.

An der Entfernung können Sie nichts ändern. Relevanz und Bekanntheit haben Sie dagegen zu einem guten Teil selbst in der Hand. Kaufen lässt sich ein besserer Platz übrigens nicht. Das hält Google ausdrücklich fest.

Ihr Google-Unternehmensprofil ist das erste Schaufenster

Das kostenlose Google-Unternehmensprofil (Google Business Profile) ist der Eintrag, der in dieser Karte und auf Google Maps erscheint. Bestätigen Sie zuerst, dass der Betrieb Ihnen gehört. Google nennt diese Bestätigung selbst als Schritt, der die Chance erhöht, in der Karte zu erscheinen.

Schematisches Google-Unternehmensprofil mit Vollständigkeitsanzeige und abgehakten Feldern

Danach lohnt sich Sorgfalt bei jedem Feld:

  • Hauptkategorie: so genau wie möglich. «Italienisches Restaurant» sagt mehr als «Restaurant».
  • Öffnungszeiten: inklusive Feiertage und Betriebsferien, damit niemand vor verschlossener Tür steht.
  • Leistungen und Beschreibung: in den Worten, die Ihre Kundschaft selbst braucht.
  • Fotos: echte Bilder von aussen, von den Räumen und vom Team.
  • Merkmale: zum Beispiel Parkplätze oder ein rollstuhlgängiger Eingang.

Mit Beiträgen zeigen Sie zudem Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen direkt im Profil. Ein kurzer Beitrag alle paar Wochen zeigt Interessierten, dass hier jemand zum Rechten schaut.

Name, Adresse, Telefon: überall gleich

Ihre Kontaktdaten stehen an vielen Orten. Auf der Website, im Profil und in Verzeichnissen sollten sie möglichst genau gleich lauten. So ist für Google und für Ihre Kundschaft klar, dass alle Einträge zum selben Betrieb gehören. Schon «Bahnhofstrasse 12» an einer Stelle und «Bahnhofstr. 12» an der anderen kann Zweifel säen.

Drei Einträge desselben Betriebs, einer mit abweichender Schreibweise der Adresse markiert

In der Schweiz zählen vor allem local.ch und search.ch. Beide betreibt localsearch, eine Tochter der Swisscom. Die früheren Gelben Seiten sind in local.ch aufgegangen und brauchen keinen eigenen Eintrag mehr. Für Betriebe in Vorarlberg kommt herold.at dazu. Je nach Gewerbe lohnt sich auch ein Blick auf das Portal Ihres Branchenverbands.

Ein einfacher Trick hilft: Halten Sie die exakte Schreibweise in einer kurzen Notiz fest und kopieren Sie sie von dort. Nach einem Umzug oder einer neuen Nummer gehen Sie die Liste einmal durch und ziehen alles nach.

Die Wörter, nach denen Ihre Kundschaft sucht

Ihre Website ist das Gegenstück zum Profil. Nennen Sie Leistung und Ort dort, wo Google zuerst hinschaut: im Seitentitel, in den Überschriften und im Text. «Malerarbeiten in Buchs SG» sagt mehr als «Willkommen auf unserer Website».

Schreiben Sie so, wie Ihre Kundschaft spricht. In der Schweiz sucht man nach Velo, Coiffeur und Garage. Wer auch Kundschaft aus Vorarlberg bedient, ergänzt dort, wo es passt, «Friseur» oder «Werkstatt».

Eine eigene Seite pro Leistung oder Region lohnt sich, wenn es dazu wirklich etwas zu sagen gibt. Zehn kopierte Ortsseiten mit ausgetauschtem Ortsnamen fallen unter die Spam-Richtlinien von Google. Wie wir Websites für die Suche entwickeln, lesen Sie auf unserer SEO-Seite.

Bewertungen: fragen, danken, antworten

Bewertungen fliessen in die Bekanntheit ein. Und sie sind oft das Erste, was Interessierte lesen. Der beste Moment für die Bitte ist direkt nach einem gelungenen Auftrag. Am einfachsten geht es mit dem Bewertungslink oder dem QR-Code, den Sie im Google-Unternehmensprofil erstellen. Er passt auf die Rechnung, an die Theke oder in die Abschluss-Mail.

Google-Bewertung mit Sternen und einer Antwort des Betriebs darunter

Google setzt dabei klare Grenzen:

  • Für eine Bewertung gibt es keine Gegenleistung, also weder Rabatt noch Gratisprodukt.
  • Gekaufte oder selbst verfasste Bewertungen sind verboten.
  • Fragen Sie alle Kundinnen und Kunden. Gezielt nur die Zufriedenen anzusprechen, ist ebenfalls untersagt.

Bewertungen, die gegen diese Regeln verstossen, entfernt Google.

Beantworten Sie jede Bewertung. Bei Lob genügt ein kurzer Dank. Bei Kritik bleiben Sie sachlich, nehmen den Punkt ernst und bieten bei Bedarf ein Gespräch an. Ihre Antwort lesen später alle, die sich das Profil ansehen.

Wo Sie heute anfangen

Für einen ersten Nachmittag reicht diese Liste:

  1. Google-Unternehmensprofil bestätigen und die Hauptkategorie prüfen.
  2. Öffnungszeiten mit Feiertagen, Leistungen und eigene Fotos ergänzen.
  3. Die exakte Schreibweise von Name, Adresse und Telefon notieren und local.ch und search.ch damit abgleichen, in Vorarlberg auch herold.at.
  4. Den Seitentitel der Startseite um Leistung und Ort ergänzen.
  5. Den Bewertungslink erstellen und ihn ab sofort nach jedem Auftrag mitschicken.

Wer diese Pflege lieber abgibt, findet laufende SEO und die Betreuung des Google-Unternehmensprofils in unserem Sichtbarkeits-Abo oder meldet sich direkt über unsere Kontaktseite.